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LSG Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 03.08.2015 - 19 AS 1284/15
Gewährung von Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach SGB II an Unionsbürger ohne materielles Aufenthaltsrecht Bewilligung von Prozesskostenhilfe für das erstinstanzliche Verfahren (hier Annahme einer schwierigen Rechtsfrage) Anwendbarkeit des Leistungsausschlusses des § 7 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 SGB II auf Unionsbürger ohne materielles Aufenthaltsrecht Anspruch auf Sozialhilfe trotz Leistungsausschluss nach § 7 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 SGB II Zur Frage der Anwendbarkeit des § 328 Abs. 1 S. 1 SGB III im Hinblick auf die beiden beim Europäischen Gerichtshof anhängigen Vorlageverfahren
1. Im Falle eines Unionsbürgers ohne materielles Aufenthaltsrecht ist auch unter Berücksichtigung der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs in der Rechtssache E (Urteil vom 11.11.2014, C- 333/13) höchstrichterlich keineswegs geklärt, ob der Leistungsausschluss des § 7 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 SGB II eingreift.
2. Bei der Frage der Anwendbarkeit des Leistungsausschlusses in § 7 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 SGB II auf Unionsbürger ohne materielles Aufenthaltsrecht handelt es sich um eine schwierige Rechtsfrage.
3. Es ist auch ungeklärt, ob trotz Leistungsausschluss nach § 7 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 SGB II ein Anspruch auf Sozialhilfe bestehen kann.
4. In der obergerichtlichen Rechtsprechung wird es uneinheitlich gesehen, ob § 328 Abs. 1 S. 1 SGB III im Hinblick auf die beiden beim Europäischen Gerichtshof anhängigen Vorlageverfahren anzuwenden ist oder nicht. Es handelt sich hierbei um eine ungeklärte Rechtsfrage.
Normenkette:
SGG § 73a Abs. 1 S. 1
,
ZPO § 114
,
SGB II § 7 Abs. 1 S. 2 Nr. 2
,
SGB XII § 23 Abs. 3
,
SGB III § 328 Abs. 1 S. 1
,
SGB II § 40 Abs. 2 Nr. 1
Vorinstanzen: SG Duisburg 20.07.2015 S 33 AS 2764/15
Tenor
Auf die Beschwerde des Klägers wird der Beschluss des Sozialgerichts Duisburg vom 20.07.2015 geändert. Dem Kläger wird Prozesskostenhilfe für das erstinstanzliche Verfahren bewilligt und Rechtsanwalt M aus P beigeordnet.

Entscheidungstext anzeigen: